Chronik der Erftkreisgrünen

Diese Cronik wurde nach bestem Wissen und mit der Bitte um Korrekturen und Ergänzungen von Johannes Bortlisz-Dickhoff im November 2000 geschrieben. Sie soll natürlich auf Stand bleiben. Das wichtigste aus 2004 wurde schon ergänzt, die dazwischen liegenden Jahre werden demnächst ergänzt.

 

2005

Im Vorstandsbericht der Jahreshauptversammlung 2005 gab es eine Rückschau auf das letzte Jahr. Der Vorsitzende Rüdiger Warnecke berichtet für den geschäftsführenden Vorstand über die Aktivitäten in Kreis, Bezirk, Land und Bund.

 

Der Konflikt in Frechen wurde ordentlich gelöst, die Abspaltung „Perspektive für Frechen“ hat sich nicht auf das grüne Wahlergebnis ausgewirkt.

 

Die Wahlergebnisse des Jahres waren „super“. Bei der Europa Wahl gab es im Pulheim mit 11 Prozent ein besseres Ergebnis als die FDP es in ihrer Hochburg einfuhr. Bei der Kreistagswahl gab es 10 Prozent, bei der Landratswahl 8 Prozent. Jutta Schnütgen-Weber und Michael Broich sind stellvertretender Bürgermeister. Es gab Erfolge für die Kreistagsfraktion, die nun 7 Kreistagsmitglieder stark ist. Horst Lambertz ist Mitglied im Bezirksrat und Braunkohlenausschuss.

 

Johannes Bortlisz-Dickhoff ist in der Landschaftsversammlung. Es gab zwei LDKs und eine BDK. Rüdiger Warnecke ist auf Platz 24 der Landtagsreserveliste gewählt worden.

 

Doris Lambertz, Elmar Gillet und Rüdiger Warnecke sind die Direktkandidaten zur Landtagswahl. Er dankt auch Hans Peter Schumacher und Agnes Niclasen für die Arbeit im geschäftsführenden Kreisvorstand.

 

Geschäftsführer Bortlisz-Dickhoff erläutert anhand von Folien die Entwicklung des letzten Jahres. Am Ende seien es 254 Mitglieder des Kreisverbandes gewesen, nach 247 Ende 2003. Die Veränderung setzt sich aus 29 Zu-und 22 Abgängen zusammen. Die Mitglieder zahlen durchschnittlich gut 10 Euro pro Monat. Es gibt durchschnittlich 48 Prozent weibliche Mitglieder, der Anteil der unter dreißigjährigen Mitglieder beträgt ca. 6 Prozent, der Anteil der über sechzigjährigen Mitglieder beträgt 11 Prozent. Es gibt starke Abweichungen zwischen den Stadtverbänden bei diesen Zahlen.

 

Hans Peter Schumacher, seit 10 Jahre Kassierer des Kreisverbandes, erläutert den Jahresabschluss 2004: Mitgliedsbeiträge 28.990,34; Mandatsträgerbeiträge 22.035,75; Geldspenden natürliche Personen 306,78; Spenden durch Auslagenverzicht 1.943,64; Zuschüsse von Ortsverbänden 60,00; Zuschüsse Landesverband Grundfinanzierung 7.916,00; Summe Einnahmen 61.162,51; Personal 23.076,27; Geschäftsbetrieb 3.059,23; Allgemeine politische Arbeit 6.274,57; Wahlkämpfe 7.767,04; Zinsen und Bankgebühren 158,80; Abschreibungen 502,00; Sonstige Ausgaben 40,00; Zuschüsse an Ortsverbände 9.465,35; Beiträge an Landesverband 13.524,00; Summe Ausgaben 63.817,26. Die Vermögensentwicklung ist damit mit -2.654,75 negativ. Dabei wurden 962,51 Euro mehr eingenommen als geplant und 3.618,76 Euro mehr ausgegeben als geplant. Das Reinvermögen reduzierte sich von 6.384,69 Euro um 2.654,75 Euro auf nunmehr 3.729,94 Euro.

 

Jutta Schnütgen-Weber und Uwe Walter haben die Kasse geprüft. Uwe Walter verliest den schriftlich wie folgt vorliegenden Bericht: Die Entlastung des Vorstandes wird der Mitgliederversammlung empfohlen. Die Versammlung beschließt einstimmig bei drei Enthaltungen die Entlastung des Vorstands.

 

Der Haushalt wurde in der Einladung mit folgenden Positionen eingebracht:

Mitgliedsbeiträge 28.900; Mandatsträgerbeiträge 21.300; Spenden durch Auslagenverzicht 1.900; Zuschüsse Landesverband 8.000; Summe Einnahmen 60.100; Personal 21.000; Geschäftsbetrieb 3.250; Allgemeine politische Arbeit 5.000; Wahlkämpfe 5.000; Zinsen und Bankgebühren 160; Abschreibungen 216; Zuschüsse an Ortsverbände 9.500; Beiträge an Landesverband 13.500; Beiträge Bezirksverband 125; Summe Ausgaben 57.751; Vermögensentwicklung 2.349. Der Haushalt wird einstimmig und ohne Enthaltung wie vorgelegt beschlossen.

 

Als Vorsitzender wird Rüdiger Warnecke mit 38:2:1, als stellvertretende Vorsitzende werden gewählt: Ellen Winter mit 40:1:0; Janina Zensus mit 37:3:1; Elmar Gillet mit 37:2:1. Hans Peter Schumacher wird mit 40:1:0 als Kassierer bestätigt. In den erweiterten Vorstand werden einstimmig und ohne Enthaltung gewählt: (Bedburg:) Kirstin Köcher und Michael Zöphel; (Bergheim:) Thomas Roos und Stefan Sauer; (Brühl:) Renate Schönhütte, Richard Wiese und Bernd Winkelmann; (Elsdorf:) Gabriele Godo, Hartmut Bergheim und Michael Broich; (Erftstadt:) Ute Bresser und Ulrike Zeller; (Frechen:) Gabriele Nußberger und Mechthild Vogt-Papenhoff; (Hürth:)Friederike Seydel und Rüdiger Seydel; (Kerpen:) Astrid Vogt und Friedrich Knorpp; (Pulheim:) Annedore Brüske-Dieker, Uwe Zaar und Klaus Groth;

(Wesseling:) Steffani de Lange und Jörg Kutzer.

 

Delegierte zur Bundesdelegiertenkonferenz sind Ellen Winter; Klaus Groth; Janina Zensus; Roger Peltzer; Michael Zöphel. Ersatzdelegierte sind Friederike Seydel, Uwe Zaar, Doris Lambertz, Rüdiger Warnecke, Michael Zöphel, Josef Schnatz.

 

Delegierte zur Landesdelegiertenkonferenz sind Janina Zensus, Axel Nawrath, Renate Schönhütte, Thomas Roos, Jutta Zilles, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Friederike Seydel. Ersatzdelegierte sind Rüdiger Warnecke, Ellen Winter, Horst Lambertz, Monika Mertens, Elmar Gillet, Sabine Maas und Ilga Stolte.

 

Delegierte und Ersatzdelegierte zum Landesparteirat sind Rüdiger Warnecke, Ellen Winter, Elmar Gillet und Monika Mertens.

Delegierte und Ersatzdelegierte zum Landesfinanzrat sind Hans Peter Schumacher und Klaus Groth.

 

Delegierte und Ersatzdelegierte zum Bezirksrat sind Rüdiger Warnecke und Elmar Gillet sowie Hartmut Roese

 

Die Versammlung diskutiert intensiv das Landtagswahlprogramm und stellt Änderungsanträge zur Landesdelegiertenkonferenz.

 

Rüdiger Warnecke hat ein Wahlkampfteam für seinen Wahlkampf als Direktkandidat im Rüttgers-Wahlkreis und als Reservelistenkandidat 24 mit Aussichten auf Erfolg berufen. Er bietet dieses Team auch zur Unterstützung der Wahlkämpfe für Doris Lambertz und Elmar Gillet, die in den beiden anderen Wahlkreisen im Rhein-Erft-Kreis kandidieren, an. Dieses Team besteht aus Janina Zensus, Marianne Rzadki, Thomas Roos und Rolf Steffens (alle aus Bergheim). Es wird durch eigene Nennung um Thomas Roth aus Pulheim ergänzt. Die Versammlung nimmt das zur Kenntnis.

 

Ursula Forner begründet ihr Anliegen, dass der Rhein-Erft-Kreis offensiver mit seiner Mitgliedschaft in der Organisation „Mayors for Peace“ umgehen soll. Der Rhein-Erft-Kreis sollte diese Mitgliedschaft im Briefkopf nennen. Die Mitgliederversammlung beschließt einstimmig, die Kreistagsfraktion mit der Umsetzung dieses Anliegens zu beauftragen.

2004

In der Mitgliederversammlung im Februar 2004 wurde in einer Resolution die Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 abgelehnt und die Position des Frechener Ortsverbandes gegen abtrünnige Teile der Ratsfraktion gestärkt.

Für die Kreistagsfraktion berichteten Doris Lambertz und Uwe Walter. Wichtige Themen waren die Abfallentsorgung; die Grünen sehen sich in der Frage der Notwendigkeit der Ausschreibung der Kompostierungsleistungen durch die EU und die Bezirksregierung bestätigt -, die Ausweisung von Naturschutzgebieten, die Unterstützung der Drogenberatung DROBS. Die Auseinandersetzung mit den Finanzen des Kreises erfolgte in der Haushaltsrede von Rüdiger Warnecke. Die Rede wurde den Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

In seinem politischen Rechenschaftsbericht wies Kreisvorsitzender Rüdiger Warnecke auf diverse Aktivitäten hin. Themen waren die Auseinandersetzung mit der SPD auf Landesebene (Düsseldorfer Signal), die Agenda 2010, die Wahl der Europawahlliste. Die eigenen Veranstaltungen zur Ganztagsgrundschule, die von Andreas Grüderich vorbereitet wurde - und zum Neuen Kommunalen Finanzmanagements waren gut.

Den Finanzbericht gab Kreiskassierer Hans Peter Schumacher: Die Einnahmen der Kreiskasse - die Ergebnisse der Ortsverbände werden für die Bilanz der Grünen im Rhein-Erft-Kreis später dazugerechnet - betrugen im Jahr 2003 insgesamt 60.525,93 Euro aus, dem stehen Ausgaben von 57.050,24 Euro gegenüber. Das Ergebnis beträgt 3.475,69 Euro, die dem Reinvermögen zugeführt wurden. Der Kreisverband (ohne Stadt-/Ortsverbände) nahm an Beiträgen 27.902,46, an Mandatsträgerbeiträgen 22218,00, an Geldspenden 315,65, an Verzichtsspenden 1.5630,20, als Zuschüsse vom Landesverband 8.372,97, aus Veranstaltungen 88,70 und an sonstigen Einnahmen 64,95 Euro ein. Dem stehen Ausgaben gegenüber und zwar für Personal 23.011,27, für den Geschäftsbetrieb von 6.965,66, für die allgemeine politische Arbeit (Gremien) 13.709,06, für Zinsen und Bankgebühren 195,26, Abschreibungen von 502,00, sonstige Ausgaben 15,00, Zuschüsse an die Ortsverbände 9.581,95, an den Bezirksverband 118,00 sowie an Bundes- und Landesverband von 13.289,40 Euro. Die Bilanz weist ein Reinvermögen von 6.384,69 Euro aus. Damit wird der Wahlkampfhaushalt des Kreisverbandes wie immer bescheiden gestaltet. Der Kreisverband setzt hier auf die Kooperation mit den Ortsverbänden.Uwe Walter stellte im Rechnungsprüfungsbericht die Ordnungsgemäßheit der Mittelverwendung dar und empfahl die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig und ohne Gegenstimme erfolgte.

"Die Talsohle ist durchschritten", so fasste Geschäftsführer Johannes Bortlisz-Dickhoff seinen Bericht zur Mitgliederentwicklung zusammen. Der Kreisverband hatte Ende 2003 247 Mitglieder nach 245 Mitgliedern Ende 2002. Den Kreisverband verließen dabei 21 Mitglieder während 23 Mitglieder neu bei den Grünen im Rhein-Erft-Kreis sind. Der Frauenanteil der Partei beträgt knapp 48 Prozent. Der Anteil der über 60-jährigen beträgt knapp über 10 Prozent. Der Anteil der unter 30-jährigen beträgt nur knapp 6 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt bei 45. Die meisten Grünen wohnen in Brühl. Einen hohen Anteil an der Gesamtbevölkerung gibt es in Brühl und in Elsdorf (jeweils mehr als 10 pro 10.000 Einwohner).

Die Reserveliste zur Kreistagswahl wurde im einzelnen wie folgt gewählt: Doris Lambertz, Hürth, Rüdiger Warnecke, Elsdorf, Kirstin Köcher, Bedburg, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Brühl, Monika Mertens, Wesseling, Horst Lambertz, Hürth, Dr. Friederike Seydel, Hürth, David Demgensky, Bergheim, Ingrid Heintz, Puheim, Uwe Walter, Frechen, Mechthild Vogt-Papenhoff, Frechen, Elmar Gillet, Wesseling, Agnes Niclasen, Brühl, Michael Zöphel, Bedburg, Ilga Stolte, Bergheim, Adi Bitten, Erftstadt, Axel Nawrath, Pulheim, Hans Peter Schumacher, Frechen, Andreas Grüderich, Hürth, Michael Broich, Elsdorf und Hartmut Bergheim, Elsdorf.

In den 33 Kreiswahlkreisen kandidieren: Bedburg: Kirstin Köcher, Michael Zöphel - Bergheim: David Demgenski, Reinhard Jütte, Ilga Stolte, Peter Hirseler - Brühl: Michael vom Hagen, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Agnes Niclasen - Elsdorf: Hartmut Bergheim, Michael Broich - Erftstadt: Ulrike Zeller, Michael Herwartz, Hubert Strauss, Adi Bitten - Frechen: Mechthild Vogt-Papenhoff, Hans Peter Schumacher, Uwe Walter - Hürth: Andreas Grüderich, Doris Lambertz, Horst Lambertz, Friederike Seydel - Kerpen: Patrik Kalscheuer, Jutta Schnütgen-Weber, Franz Josef Büsseler, Ursula Forner, Bernd Krings - Pulheim: Axel Nawrath, Karin Burmeister, Ingrid Heintz, Klaus Groth - Wesseling; Monika Mertens, Elmar Gillet.

Die Versammlung verabschiedet einstimmig das Wahlprogramm für die Kreistagswahl im Herbst 2004

Der geschäftsführende Kreisvorstand besteht weiterhin aus Rüdiger Warnecke (Vorsitzender) Jutta Schnütgen-Weber, Agnes Niclasen und Andreas Grüderich (stellvertretende Vorsitzende), Hans Peter Schumacher (Kreiskassierer). Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverbände im erweiterten Kreisvorstand sind: Kirstin Köcher und Michael Zöphel (Bedburg), Walentina Shahini und Peter Hirseler (Bergheim), Renate Schönhütte und Michael vom Hagen (Brühl), Hartmut Bergheim und Michael Broich (Elsdorf), Urlike Zeller und Michael Herwartz (Erftstadt), Gabriele Nußberger und Mechthild Vogt-Papenhoff (Frechen), Franziska Liebl und Horst Lambertz (Hürth), Renate Commer und Franz Josef Büsseler (Kerpen), Ingrid Heintz und Axel Nawrath (Pulheim), Anke Kutzer und Elmar Gillet (Wesseling).

Delegierte und Ersatzdelegierte zur Bundesdelegiertenkonferenz (Bundesparteitag) sind Kirstin Köcher, Michael Zöphel, Klaus Groth, Roger Peltzer, Rüdiger Warnecke, Uwe Walter, Andreas Grüderich, Thomas Roos und Michael vom Hagen. Delegierte und Ersatzdelegierte zur Landesdelegiertenkonferenz (Landesparteitag) sind Jutta Schnütgen-Weber, Rüdiger Warnecke, Doris Lambertz, Christian Schirrmer, Friederike Seydel, Horst Lambertz, Ingrid Heintz, Klaus Groth, Renate Schönhütte, Andreas Grüderich, Hans Peter Schumacher. Delegierte und Ersatzdelegierte zum Landesparteirat (kleiner Landesparteitag) sind Horst Lambertz, Elmar Gillet und Ingrid Heintz. Delegierte und Ersatzdelegierte zum Landesfinanzrat sind Hans Peter Schumacher und Ingird Heintz. Delegierte und Ersatzdelegierte zum Bezirksverband sind Doris Lambertz, Horst Lambertz und Rüdiger Warnecke. Rechnungsprüferinnen und Rechnungsprüfer sind Jutta Schnütgen-Weber, Kirstin Köcher und Uwe Walter. Mitglieder des Kreisschiedsgericht sind Mechthild Vogt-Papenhoff, Harry Ostwald und Uwe Walter.

 

Hervorragende Ergebnisse bei der Europawahl

Die Europawahl 2004 brachte hervorragende Ergebnisse für die GRÜNEN. Bundesweit gab es 12 Prozent. Im Rhein-Erft-Kreis waren es 11,61 Prozent. Damit liegen die Grünen im Kreis nur leicht unter dem Bundesergebnis.

Über dem Bundesergebnis lagen die Ergebnisse in den Hochburgen Brühl (14,77), Pulheim (13,70), Hürth (12,50) und Erftstadt (12,43 Prozent). Nur kanpp unter dem Bundesschnitt sind Frechen (11,54) und Kerpen (11,26 Prozent). Etwas schlechter waren wir in Wesseling (10,72). Schwierig bleibt es für die Grünen im Norden des Kreises: Bergheim (8,99), Elsdorf (8,20) und Bedburg (6,86 Prozent). Insgesamt sind wir aber in allen Kommunen klar und deutlich über der 5 Prozentmarke. Auch wenn man die höheren Wahlbeteiligung zur Kommunalwahl in die Überlegungen einbezieht, ist mit einem sehr guten Wahlergebnis zur Kommunalwahl zu rechen. "Ich halte ein zweistelliges Ergebnis bei der Kreistagswahl für hoch wahrscheinlich," so Kreisgeschäftsführer Bortlisz-Dickhoff. "In allen Kommunen des Kreises sehe ich uns bei der Ratswahl über 5 Prozent, in vielen Kommunen werden wir auch 10 Prozent schaffen." Die guten Ergebnisse sind auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Zunächst sind die Grünen auch in den Augen ihrer Wähler eine klare und gut positionierte und profilierte Europapartei. Wir stehen für eine friedliche europäische Außenpolitik, für eine europaweit abgestimmte Sozialpolitik und für Nachhaltigkeit in der Wirtschafts- und Landwirtschaftspolitik. Schließlich haben wir als einzige eine überzeugende Energiepolitik, die auf die "Renewables" (also die erneuerbaren Ebergiequellen) setzt, der künftigen Wirtschaftswachstumslokomotive. Der engagierte Wahlkampf vor Ort ist ein weiterer Grund für das gute Abschneiden. Die Stärke der CDU ist allein auf ihrer Trittbrettfahrerhaltung zurückzuführen. Sie mosert im Moment mit den Modernisierungsverlierern gegen die Reformpolitik, die sie selbst eigentlich als unabwendbar notwendig erkannt hat, selbst aber in der Regierung nicht umsetzen würde. 16 Jahre Kohl hängen immer noch wie Mehltau über dem Lande. Es bleibt dabei: die Grünen sehen sich selbst zurecht als die Europapartei. Europa kann eine Kraft des Friedens und des Ausgleichs in der Welt sein. Eine Kraft, die die brutalen Folgen der Globalisierung einzudämmen bemüht ist; eine Kraft, die durch gerechtere Terms of Trade für sozialen Ausgleich sorgt und eine Kraft, der die globale Umweltkrise nicht egal ist. Wer wenn nicht die Europäier sollten in der Lage sein, durch gerechten Handel und gleichberechtigten Dialog auf eine regenerative Energiezukunft hin zu arbeiten?

 

Kommunalwahl 2004 ebenfalls zufriedenstellend

Auf einstimmigen Antrag der Mitglieder der Kreistagsfraktion beschloss die Mitgliederversammlung der Grünen im Rhein-Erft-Kreis mit großer Mehrheit:

Die Grünen im Rhein-Erft-Kreis nehmen ihr Ergebnis bei der Kreistagswahl 2004 erfreut zur Kenntnis. 19.525 Wahlberechtigte wählten zum Kreistag die Grünen. Dies sind 10 Prozent. Damit wurde das Wahlziel erreicht. Dieses Ergebnis ist auch im landesweiten Vergleich ein sehr gutes.

Das Wahlergebnis des Grünen Landratskandidaten ist mit 8 Prozent im landesweiten Vergleich sehr gut. Wir haben aber die Botschaft, dass Grüne Kandidierende tatsächlich gute Bürgermeister oder Landräte wären, noch nicht flächendeckend unter das Volk gebracht. Viele Menschen haben, das Wahlsystem des Bundestages vor Augen, mit der ersten Stimme einen Kandidaten der großen Parteien gewählt, und erst mit der Zweitstimme die Grünen. Dies erklärt, dass wir fast durchgehend mehr Stimmen bei den Rats- und Kreistagswahlen bekommen haben, als Stimmen bei der Bürgermeister oder Landratswahl.

Hervorheben wollen wir an dieser Stelle die sehr guten Ergebnisse der Bürgermeisterkandidaturen von Jutta Schnütgen-Weber in Kerpen und Michael Broich in Elsdorf. Beide haben es mit jahrelangem erheblichen persönlichen Einsatz geschafft, sich in der Bevölkerung und über die Parteigrenzen hinweg einen guten Ruf zu erarbeiten.

Inzwischen können wir Jutta Schnütgen-Weber zu ihrer Wahl zur ersten stellvertretenden Bürgermeisterin von Kerpen gratulieren.

Der Kreistag wird auch in den kommenden fünf Jahren von einer stabilen schwarz-gelben Mehrheit dominiert, der Landratskandidat Stump hat bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Auf diesem Hintergrund ist für uns ein grün-rotes Gestaltungspotenzial für den Rhein-Erft-Kreis nicht gegeben.

Da sich der SPD-Kandidat zudem in grünen Kernanliegen deutlich gegen grüne Positionen ausgesprochen hat, sieht die Kreismitgliederversammlung der Grünen von einer Empfehlung zur Stichwahl des Landrates ab. 

2000

Als Konsequenzen aus den schlechten Wahlergebnisses wurden einmal mehr Strukturde-batten geführt, allerdings ohne greifbare Ergebnisse. Als Vorsitzender wurde Rüdiger Warnecke, als stellvertretende Vorsitzende Anna Krause, Agnes Niclasen und Marion Renzenbrink gewählt. Kassierer ist erneut Hans Peter Schumacher. Der Mitgliederstand ist erstmals rückläufig und beträgt Ende des Jahres 276. In mehreren Landesversammlungen wurde erfolglos versucht Doris Lambertz auf einen sicheren Listenplatz für die Landtagswahl zu wählen. Direktkandidaten für die Landtags-wahl am 14. Mai 2000 waren Michael Broich, Axel Nawrath, Horst Lambertz und Jo-hannes Bortlisz-Dickhoff. Auf Kreisebene gab es ein sehr schlechtes Ergebnis, nämlich 10743 Stimmen, das sind 5,7 Prozent. Das liegt um 50 Prozent unter dem Potenzial von 20.000 Stimmen. Ein Viertel, eher realpolitisch orientiert, ging über die "5-Mark-Debatte", das andere Viertel, eher an strighter Politik interessiert, ging über den Kosovo-Krieg. Thematische Arbeit in diesem Jahr war zur Kampfhundesteuer angesagt, zu weiteren Perspektiven, zur Schwangerenkonfliktberatung, zum Entschädigungsfonds für Zwangsar-beiterinnen und Zwangsarbeiter, zu Gesunder Ernährung, zum Rechtsradikalismus, zur Autorennbahn in Hürth, zum Ausgang der Landtagswahl - auch heute empfiehlt der Kreisverband die Fortsetzung von rot-grün. Schließlich beschäftigte sich der Kreisvorstand auch mit der Vorbereitung des Festes, das am 25. November etwas verspätet auf 20 mehr oder weniger erfolgreiche Jahre der Erftkreis-Grünen zurückblicken lässt.


1999

Der Vorstand setzt sich in diesem Jahr aus der Vorsitzenden Doris Lambertz, den stellver-tretenden Vorsitzenden Marion Renzenbrink und Anna Krause sowie dem Kassierer Hans Peter Schumacher zusammen. Der Mitgliederstand Ende des Jahres: 292.

In der Jahreshauptversammlung wurde als Landratskandidatin Marion Renzenbrink ge-wählt. Die ersten Plätze der Reserveliste zur Wahl des Kreistages besetzen Marion Ren-zenbrink, Uwe Walter, Doris Lambertz, André Zopes, Margitta Kornel, Rüdiger War-necke, Horst Lambertz, Inge Bornheim und Elmar Gillet. Das später verabschiedete Wahlprogramm erhielt das Motto: "Grün ist mehr ..." In die-sem Programm präsentiert sich die Partei als sozial-ökologischer Reformmotor. Neben der intensiven Arbeit an der Landrats- und Kreistagswahl beschäftigte sich der Kreisverband mit dem Öffentlichen Verkehr im Erftkreis, der Braunkohle, der Mittelebe-nenreform, der Kindergartenfinanzierung, der PVC-Produktion in Knapsack hauptsächlich und in mehreren Mitgliederversammlungen mit dem Kosovo-Konflikt.

Die Europawahlen am 13.06. dieses Jahres erbrachten 9535 Stimmen oder 6,2 Prozent und reflektieren die tiefe Krise, in der die Partei durch den Kosovo-Konflikt gestürzt ist.

Die Kreistagswahlen am 12.09. brachten ein Wahlergebnis von 15125 Stimmen oder 6,3 % (die Wahlbeteiligung war höher als bei der Europawahl). Bei der Landratswahl erzielte Marion Renzenbrink 4,6 Prozent. Für die notwendige Stichwahl zum hauptamtlichen Landrat gaben die Grünen keine Wahlempfehlung ab.


1998

Anfang des Jahres sprach sich die Mitgliederversammlung anlässlich des großen Streits um den Tagebau Garzweiler II für den Verbleib in der Landesregierung aus.

Sprecherinnen und Sprecher des Kreisvorstandes sind Doris Lambertz, Andrea Mosen, Peter Hirseler. Hans Peter Schumacher bleibt Kassierer. Mitgliederzahl am Jahresende 274

Ab 1998 heißt die Mitgliederinformation ErftGrün. Ab 1998 ist der Kreisverband mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten.

Im Vorfeld der Bundestagswahl spricht sich der Kreisverband für die Vorbereitung einer rot-grünen Koalition auf Bundesebene, eine deutliche Personlisierung des Wahlkampfes und regionale Zusammenarbeit aus. Bei der Bundestagswahl am 27. September erzielt der Kreisverband 16295 Zweistimmen, das sind 6,0 Prozent. Gegenüber der 94 Kommunalwahl bedeutet das einen Verlust von ca. 5.000 Stimmen, eines der Ergebnisse des "5-Mark-Beschlusses". Eines der highlights des Wahlkampfes: das Spiel der ErftElche gegen die Grüne Tulpe, das mit einem legendären Sieg endete. Direktkandidierende im Bundestagswahlkampf waren Ute Janota und Michale Hustedt, die über die Landesliste in den Bundestag eingezogen ist. Damit hat der Kreisverband erstmals eine direkte Vertretung im Bundestag.

Ansonsten ging es thematisch um die Kindergartenfinanzierung, weitere Arbeit an grünen Jugendstrukturen, es gab ein Frauentreffen, es ging um Kirche und Grüne, um den Be-zirksverband, das Erscheinungsbild des Bundesverbandes, das NaBu-Klima-Projekt, eine Veranstaltung zur Sozialhilfe.


1997

Vorstandsmitglieder 1997 waren Agnes Niclasen als Sprecherin, Peter Hirseler als Spre-cher, Doris Lambertz als Pressesprecherin und Hans-Peter Schumacher als Kassierer.

Mitgliederstand Ende des Jahres: 229.

Zur Gentechnik wird in dem Jahr intensiver gearbeitet, es wird ein Positionspapier verab-schiedet. Es wird sich intensiver um Mitgliederwerbung, unter anderem referierte die Landesverbandsgeschäftsführerin Ruth Michels-Gebler, bemüht. In verschiedenen Diskus-sionen bereitet der Kreisverband sich auf die Kommunalwahlen vor, in denen erstmals der Landrat direkt gewählt wird. Energiepolitik und Garzweiler II nehmen Raum ein. Die Kreistagsfraktion erläutert in einer Halbzeitbilanz ihre Aktivitäten in Sachen Sozialpolitik, Umwelt, Verkehr, Frauenpolitik. Der Kreisverband macht in dem Jahr eine Besichtigungstour nach Garzweiler.


1996

Im Vorstand 1996 waren als Sprecherin Cicek Gökhan, als Sprecher Andreas Neyen und als Kassierer Hans Peter Schumacher. Der Mitgliederstand betrug Ende des Jahres 205.

Thematisch ging es um die Pulheimer Golfplätze, um die Abfallpolitik, um PVC, wie im-mer um Braunkohle und Verkehr, die Verwaltungsreform im Erftkreis, die Sondermüllde-ponie, um Mitgliederwerbung, die Energiekampagne, Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien und Herzegowina.


1995

1995 waren im Vorstand Doris Lambertz als Sprecherin, Vera Schmitz als stellvertertende Sprecherin, Andreas Neyen als Pressesprecher und Hans Peter Schumacher als Kassierer.

Seit 1995 lässt sich die Mitgliederentwicklung genauer verfolgen: Stand Ende 1995: 198 Mitglieder.

Am 25. März 1995 befasste sich die Kreismitgliederversammlung mit der Frage, ob Klaus Lennartz oder Wolfgang Bell bei der Wahl des ersten hauptamtlichen Landrates unter-stützt werden soll. Nach einer turbulenten Diskussion entschied die Versammlung, der Fraktion in dieser Frage freie Hand zu lassen. Wolfgang Bell konnte sich dann mit den Stimmen von CDU und Grünen sowie einiger SPD-Kreistagsmitglieder zum Landrat wäh-len lassen.

Bei der Landtagswahl 1995 erzielten die Grünen im Erftkreis 17927 Stimmen, das waren 8,7 Prozent. Dorothea Heymann war auf der Landesreserveliste so gut platziert, dass sie am Ende der Legislaturperiode - leider als Bornheimerin - für kurze Zeit in den Landtag einrückte.


1994

Der Vorstand 1994 bestand aus den Vorsitzenden Doris Lamberz und Vera Schmitz und Uwe Walter als Kassierer. Ab Juli 1994 heißt die Mitgliederinformation "ErftPress". Der Kreisverband beschäftigte sich mit Wirtschafts- und Sozialpolitik, Gewerbeansiedlung, grüner Jugend, mit der Vorbereitung und Durchführung von Wahlen und Verhandlun-gen. Die besten Ergebnisse erzielte die Partei in den Wahlen des Jahres 1994. Bei der Europa-wahl gab es 20728 Stimmen, das waren 10,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl erzielten wir 18323 Zweitstimmen, 7,0 Prozent; und bei der Kreistagswahl 21058 Stimmen oder 8,1 Prozent.

In den Kreistag wurden am 16.10.1994 Marion Renzenbrink, Martin Geimer, Regina Häl-sig, Uwe Walter und Mechthild Vogt-Papenhoff gewählt. Für Mechthild Vogt-Papenhoff rückte später Elmar Gillet, für Regina Hälsig rückte Karin Burmeister und für Martin Gei-mer rückte Bernd Kranz im laufe der Jahre nach.

Zur Wahl wurde ein ausführliches Wahlprogramm diskutiert und als Kurzprogramm ver-abschiedet. Das Motto des Programms war: "Wer Ökologie und soziale Verantwortung ernst nimmt, wählt Bündnis 90 / Die Grünen." Aus dem Wahlprogramm wurde ein Verhandlungspapier - das 95 Punkte -Papier - entwickelt, mit dem mit CDU und SPD Gespräche geführt wurden.

Die SPD konnte mit ihrer eigenen Mehrheit den Landrat Klaus Lennartz wählen. Die Grünen kandidierten mit Mechthild Vogt-Papenhoff.


1993

1993 bestand der Kreisvorstand aus Annette Ginsberg als Sprecherin, Horst Lambertz als Sprecher, Uwe Walter als Kassierer und Ralf Kocks als stellvertretender Kassierer.

Der Kreisverband beschloss Erklärungen zur Asylpolitik und zur Müllpolitik, beschäftigte sich mit dem Krieg in Bosnien-Herzegowina, mit der Bildung einer Grünen Jugendorgani-sation, mit Schulpolitik und Wohnungsbau. Ab April 1993 gibt der Vorstand ein Informationsschrift an die Mitglieder heraus.


1992

Der 1992 - Vorstand sah ähnlich aus: Annette Ginsberg, Sprecherin, Horst Lambertz, Sprecher, Renate Glogau, Kassiererin und stellvertretender Kassierer Ralf Kocks.

Die Frauenliste legt einen umfangreichen 2-Jahresbericht vor. Er berichtet von Aktivitäten in Sachen Wohnen, Asylbewerbende, Drogen, gegen sexuellen Mißbrauch, Sozialhilfe, Kindertagesstätten, Schule, Sprachheilambulanzen, Verkehrsgesellschaft, Verbraucher- und Umweltberatung, Umwelt, Abfall, Energie, Landwirtschaft, Kultur, Frieden.


1991

Sprecher war in dem Jahr Horst Lambertz, Sprecherin Annette Ginsberg, Renate Glogau ist Kassiererin. Im Arbeitsprogramm werden an Vorhaben genannt: die Regorganisierung von Stadtverbänden, die Durchführung von Vortragsreihen zu den Themen: Klima, Stadtbahnkonzept, Abfall, Energie, Asyl, Wohnen, Gemeindeverfassung, Aufbau von Jugendstrukturen. In-tensiver befasste man sich in dem Jahr auch mit der Frage eines Bezirksverbandes. Horst Lambertz und Annette Ginsberg boten sogar ein eigenes Bildungsprogramm zu den diver-sen Themen an.


1990

Im Vorstand waren Annette Ginsberg und Johannes Bortlisz, Kassiererin ist Renate Glo-gau. Bei der Landtagswahl (4,1 Prozent im Erftkreis) und bei der Bundestagswahl 1990 (3,7 Prozent im Erftkreis) gab es aufgrund der deutschen Einigung und des in der Wirkung verheerenden Ergebnisses der Wahlkampagne "Alle reden von Deutschland, wir reden vom Klima" erstmals Stimmenzahlen deutlich unter 10.000. Das auch der Kreisverband mit am Klima strickte, zeigt das Motto der Maastricht-Tour aus diesem Jahr: "Raus aus Deutschland - Rein ins Vergnügen." Als letzter Ortsverband wurde am 22.11.1990 der Elsdorfer Ortsverband gegründet. Der aufwendige Klimavortrag von Horst Lambertz und Johannes Bortlisz-Dickhoff dadiert aus diesem Jahr.


1989

Vorstandsmitglied in der Zeit war Elmar Gillet. Harry Kunz bemühte sich um Unterstüt-zung für seine Aktivitäten im Landesverband. Dort war er eine Zeitlang im Landesvor-stand. Bei der Europawahl 1989 wurden gab es mit 13762 Stimmen 6,9 Prozent.Zur Kreistags-wahl 1989 kandidierten die Erftkreis-Grünen nach Hamburger Vorbild mit einer Frauen-liste. Es waren Ute Janota, Regina Hälsig, Wilfriede Weber, Johanna Kanschat und Mechthild Vogt-Papenhoff, die zunächst mit einem Wahlergebnis von 13975 Stimmen bei einem Anteil von 6,4 Prozent in den Kreistag einzogen. 1992 rückte dann Marion Ren-zenbrink für Wilfriede Weber, 1993 der erste Mann auf der Reserveliste, Elmar Gillet, für Johanna Kanschat in den Kreistag nach.

Natürlich gab sich die Frauenliste auch eine prägende programmatische Aussage:

"Frauen in den Kreistag: unübersehbar, lautstark und lustvoll.

Immer noch ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen Politik machen. Die GRÜNEN haben als einzige Partei die formalen Voraussetzungen für die "Selbstverständlichkeit" geschaffen, aber auch bei einer Quotierung bestimmen die grünen Männer allzu oft die politische "Gangart", ziehen die Fäden und setzen sich mit ihrem Politikverständnis durch.

Mit der Frauenliste, deren Verwirklichung nun seit einem Jahr in unseren Köpfen und Herzen arbeitet, wagen wir das "Experiment", unsere eigenen Strukturen zu entwickeln: uns gemeinsam und gleichberechtigt auf die Suche nach neuen Möglichkeiten in der Politik zu begeben. Politik darf keine Männersache bleiben.

Mit unserer Kandidatur wollen wir uns das Recht nehmen, mit unsern Ideen und Inhalten das zu tun, was Männer schon immer taten: Teilhaben an der Macht und die grüne Poli-tik bestimmen.

Ganz sicher werden wir uns nicht auf Sozialpolitik und des sogenannten Frauenthemen beschränken (lassen), sondern vielmehr unser Fachwissen in alle Politikbereiche einbrin-gen.

Natürlich hoffen wir, die verhärteten und oft zur Selbstdarstellung degradierte Kreistags-politik durch unsere Anwesenheit, aber auch durch unsere politische Arbeit aufzubrechen und immer wieder den Bezug zum Leben herstellen zu können, der so oft in den "Politi-kerköpfen" fehlt.

In unserem Anspruch, andere Formen des Politikmachens zu suchen, steckt jedoch die Gefahr, wieder einmal doppelt so qualifiziert und dreimal so widerstandsfähig wie Män-ner sein zu müssen. Wir wollen aber nicht in Erwartungen ersticken und uns selbst nicht überfordern. Im Gegenteil: wir wollen mit unserer Frauenliste auch anderen Frauen Mut machen, sich einzumischen und mitzuentscheiden.

Die wichtige Fragestellung, ob ein anderer Landratskandidat mit gewählt wird, beantwor-tete die damalige Fraktion mit der Kandidatur von Ute Janota zu dieser Funktion.

Sachpolitisch wurde insbesondere auch im Verkehrsbereich vorwärts Weisendes geleistet. Die Fraktion beauftragte das damals noch nicht am Markt etablierte Planungsbüro BiS (das später zur VIA wurde) mit der Erstellung eines Stadtbahn- und später ergänzend eines Schnellbuskonzeptes für den Erftkreis.

Selbstverständlich wurde in der Energiepolitik, im Kampf gegen die Giftmülldeponie, in der Unterstützung von Frauenprojekten, wie z.B. dem Frauenhaus, intensiv gearbeitet.


1987

Bei der Bundestagswahl 1987 erzielten die Erftkreis-Grünen mit 17684 Stimmen 6,7 %.


1984

Bei der Kommunalwahl am 30. September 1984 zogen die Grünen erstmals in den Kreis-tag ein, und zwar mit 7,3 Prozent der Wählerstimmen oder 15277 Stimmen. Kreistagsabgeordnete waren Claudia Prütz, Jochen vom Berg, Daniel Sonderhoff und Rudi Lahmann. Die erste Auseinandersetzung folgte auf dem Fuß. Nach längeren Gesprä-chen über die Bildung einer rot-grünen Koalition entschied sich die Kreismitgliederver-sammlung dazu, Klaus Lennartz nicht mit zum Landrat wählen zu wollen. Claudia Prütz und Rudi Lahmann taten das trotzdem. Die Reaktion: Claudia Prütz und Rudi Lahmann sollten ihr Mandat niederlegen. Claudia Prütz folgte dem Votum, Rudi Lahmann nicht. Er wurde aus der Fraktion ausgeschlossen und später als Hospitant wieder halb aufgenommen. Später rückten Klaus Weise und Hubert Fisch für Daniel Sonderhoff und Jochen vom Berg nach.

Eine weitere heftige Auseinandersetzung erlebte die Fraktion in der Frage, ob Dr. Lemper von der CDU zum Sozialdezernenten mitgewählt werden sollte.

Ein zentraler politischer Schwerpunkt der Fraktion waren Aktivitäten gegen die Atom-energie, insbesondere gegen RWE und das Kraftwerk Mülheim-Kärlich sowie die Bemü-hungen um den Ausbau der Windenergie.


1980 bis 1984

Am 11. Mai 1980 traten die Grünen zur Landtagswahl an. Direktkandidierende waren Manfred Umbach (erzielte 2,0 %), Elke Gubisch (2,39%)und Michel Voss (2,29%).

In den Jahres 1980 bis 84 lassen sich Aktivitäten in Sachen Folgen der Braunkohleförde-rung und -verstromung, Kampf gegen die Atomkraftwerke, Kampf gegen die Sonder-mülldeponie, die zunächst - auf Erftstädter Stadtgebiet - auf der Deponie Vereinigte Ville, später im ehemaligen Tagebau Knapsack geplant wurde, in Sachen Friedenspolitik und Solidarität mit der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gegen Atomwaffen und Blockkon-frontation, gegen den vierspurigen Aufbau der B 59 in Pulheim, gegen Radweg-Mängel, gegen die Verkabelung in Horrem, für eine Partnerschaft Bergheims mit der DDR-Stadt Delitzsch, für die Solidarität mit Nicaragua, für die Umlenkung des Schwerlastverkehrs auf die Autobahnen, gegen den Sauren Regen und das Waldsterben, für einen funktionsfähi-gen Nahverkehr nachweisen.

Zur Bundestagswahl 1983 gab die Wahlkampfgruppe der Erftkreis-Grünen ein erstes län-geres Programmpapier heraus. Als Autoren werden aufgeführt: Rainer und Renate Ber-ger, Elisabeth Thelen, Rüdiger Münch, Peter Lützenkirchen, Roger Eichler, Konradin Meyer. Die Gestaltung übernahm Artur Forge.

19981/82 ist Renate Berger Sprecherin des Kreisverbandes gewesen, ab 1983 oder 1994 dann Karin Burmeister.


1979

Noch vor Gründung des Bundesverbandes gründete sich im Dezember 1979 in Hersel bei Bonn der Landesverband der Grünen.

Eines unserer Mitglieder trat am 6. Dezember 1979 ein und ist damit das "dienstälteste" Mitglied der Kreisverbandes. Die Gründung des Kreisverbandes Erftkreis Süd erfolgte wahrscheinlich Ende 79 im alten Bahnhof in Erftstadt-Liblar. Der erste Mitgliedsausweis wurden von einem Herrn Friedrich unterschrieben. Verschiedene Ortsgruppen wurden u.a. in Bergheim, Erftstadt, Brühl, Hürth, Pulheim gegründet.

Die wichtigsten Jahreszahlen

1979

1980-1984

1984

1987

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000