Grüne lehnen weitere BOA-Blöcke ab



Von: Klaus Groth, Karin Burmeister




Als absolut voreilig und Schritt in die falsche Richtung bezeichnen die Pulheimer Grünen die Zustimmung des Stadtplanungsausschusses zur Gebietsentwicklungsplanänderung im Bereich Neurath mit dem Ziel, dort weitere BOA-Blöcke zu errichten.

 

Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere aus Stommeln, über Schadstoffbe-lastung sowie die zeitweise sehr starke Bewölkung durch die Kraftwerke in Niederaußem er-halten sind in letzter Zeit zahlreich bei den Grünen eingegangen. Die Belastungen – auch auf dem Gebiet der Stadt Pulheim - dürften sich durch den Bau neuer Anlagen wesentlich ver-stärken.

 

Auch die Argumentation einer verbesserten Anlagentechnik ist hier nur vordergründig eine Argument für den Bau neuer BOA-Blöcke. Durch die immer größer werdenden Anlagen wird insgesamt mehr Kohle verstromt. Die somit geringfügig verminderte Schadstoffbelastung wird wieder kompensiert. Die Auswirkungen auf das Stadtgebiet Pulheim dürften sich infolge höhe-rer Kamine und Kühltürme wesentlich steigern.

 

Dem Ziel eine CO2-Reduzierung herbeizuführen und den Energiebedarf in Zukunft verstärkt aus regenerativen Energiequellen zu beziehen wird ebenfalls entgegengewirkt. Die Pulheimer Grünen fordern stattdessen auch vom Pulheimer Stadtrat ein deutliches Engagement bei der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen.

 

Für alle Betreiber von umweltfreundlichen Fotovoltaikanlagen führen weitere BOA-Blöcke zu einem reduzierten Energieertrag durch verstärkte Bewölkung. Die Auswirkungen auf das Re-gionalklima sind noch nicht einmal untersucht.

 

Da nach Meinung der Pulheimer Grünen Mensch und Natur im Raum Pulheim in gleichem Maße wie die Anwohnerinnen und Anwohner von den umweltschädlichen Auswirkungen der Kraftwerke betroffen sind, beschäftigt sich ihr Arbeitskreis Verkehr und Umwelt seit geraumer Zeit intensiv mit diesem Thema und hat diesbezüglich eine Anfrage an den Bürgermeister gerichtet.