Der Staat als Dealer

Junggrüne Drogenpolitik. Der Staat als Dealer?

„Die GRÜNE JUGEND fordert eine alternative Drogenpolitik, die auf einen regulierten Drogenmarkt und die Förderung von Drogenmündigkeit setzt. In Drogenfachgeschäften sollen qualititiv gute Drogen zusammen mit allen notwendigen Informationen verkauft werden.“

Dieses aus dem Grundsatzprogramm der Grünen Jugend übernommene Zitat mag einige von euch Verwirren. Die Grüne Jugend möchte also alle Drogen legalisieren und vom Staat verkaufen lassen? Die Antwort ist: Ja, genau das möchte die Grüne Jugend! Um es genauer auszudrücken: Die Grüne Jugend fordert die Legalisierung aller bisher illegaler Drogen, und den Verkauf aller, auch der derzeit legalen, Drogen in staatlichen Drogenfachgeschäften, in denen die Konsumenten gleichzeitig aufgeklärt und informiert werden. Harte Drogen sollen nur unter Aufsicht und im Laden konsumiert werden dürfen und es soll streng auf Einhaltung der Altersgrenzen geachtet werden. Bei diesem Konzept drängen sich dem Leser nun wahrscheinlich einige Fragen auf.

-Soll sich der Staat also als Dealer betätigen?

-Ist es nicht unverantwortlich den Menschen die Möglichkeit zu geben tödliche Substanzen zu sich zu nehmen?

-Sind die derzeit illegalen Drogen nicht so gefährlich, dass eine Legalisierung unmöglich ist?

Das sind alles berechtigte Fragen, die eine Antwort verdienen.

Der Staat würde sich in der Tat als Dealer betätigen, insofern, als dass er Drogen verkauft. Er wäre dennoch nicht auf eine Stufe mit den heutigen Dealern zu stellen. Die heutigen Dealer bereichern sich auf kriminellem Wege am Leid der Süchtigen. Der Drogenmarkt ist stark umkämpft und kriminelle Banden liefern sich häufig regelrechte Drogenkriege um bestimmte lukrative Verkaufsorte. Außerdem strecken viel Dealer die Drogen mit gefährlichen Stoffen, die ihren Gewinn erhöhen und die Konsumenten deutlich stärker belasten als dies „reine“ Drogen tun würden.

Viel gefährlicher als die Drogen selber, sind die Stoffe mit denen sie gestreckt werden!

In den staatlichen Drogenfachgeschäften würden die Drogen nicht gestreckt. Außerdem wären sie deutlich billiger, was Beschaffungskriminalität überflüssig machen würde.

Ein weiteres großes Problem der derzeitigen Drogenpolitik ist, dass die Repressionen nicht nur die Kriminalität im Bereich des Verkaufs und Konsums beflügelt, sondern ebenso unermessliches Leid über haufenweise von Menschen in den Anbau- und Transitländern bringen. In Bolivien werden die Cocabauern von Paramilitärischen Milizen teilweise mit Waffengewalt dazu gezwungen Coca anzubauen. Der Anbau von Drogen bringt ihnen als einziges ein Einkommen, von dem sie halbwegs überleben könnten. In Kolumbien, wo aus der Coca das Kokain gefertigt wird, werden die Arbeiter unter fürchterlichen Bedingungen zur Verarbeitung von Coca zu Kokain gebracht. Die Drogenbarone bereichern sich mit den unermesslichen Gewinnen die dieses Geschäft abwirft und die Zivilbevölkerung leidet unter Bürgerkriegen die mit diesen Gewinnen finanziert werden. In Mexico und Guatemala toben blutige Drogenkriege zwischen den Banden, die das Kokain in die USA bringen, und der Polizei. Hauptleidtragende ist auch hier die Zivilbevölkerung.

In Afghanistan finanzieren sich die Taliban mit dem Opiumhandel. Der Herointransfer nach Europa und Russland, hat dazu geführt, dass im Iran ein gigantisches Drogenproblem entstanden ist, da hier die Händler durchmüssen.

Durch eine Legalisierung und eine Kontrolle des Anbaus und Handels dieser Drogen, könnte man diese fürchterlichen Zustände beseitigen. Außerdem könnte man das Opium viel billiger zu medizinischen Zwecken verwenden (Morphium).

Es wäre auch kein Problem, dass die Menschen es möglicherweise leichter hätten an die harten Drogen zu kommen. Wer es unbedingt möchte, kommt auch schon heute an Heroin und Kokain. Außerdem rutscht man meistens durch drogennehmende Bekannte in den Drogensumpf. Da diese Bekannte ihre Drogen im Junggrünen System allerdings auch nur in den Drogenfachgeschäften bekämen, wäre der Drogenkonsum nur halb so sexy und würde völlig seinen Reiz verlieren. Auf diese Weise könnte man also dafür sorgen, dass so gut wie nur noch die Menschen mit ernsthaften Drogenproblemen diese Drogen konsumieren würden. Diesen Menschen wäre durch das ganze System überhaupt am allermeisten geholfen.

 

Gustav Berger