Was uns bewegt

Wir von der Grünen Jugend REK haben immer wieder Themen für die wir einstehen und streiten.

Ob das nun Umweltsünden in Deutschland oder im Rest der Welt sind, oder Fragen der globalen Gerchtigkeit. Ob das nun Bildungspolitik ist, oder Diskussionen über Marktwirtschaft.

In allen Bereichen haben wir was zu sagen und vielleicht findet ja auch Ihr hier Artikel, die euch gefallen.

 

In kommender Zeit werden hier verschiedenste GJ Mitglieder Berichte und Artikel schreiben über Dinge die ihnen am Herzen liegen.

 

Wir würden uns natürlich auch über Eure Resonanzen, oder aber auch über eure Kritik freuen.

29.01.2012

Verkehr und Mobilität im Rhein-Erft-Kreis (Antragsvorschlag)

Wir, die Grüne Jugend Rhein-Erft, fordern als ökologisch, nachhaltig und sozial denkender Jugendverband eine neue Verkehrspolitik im Rhein-Erft-Kreis. Im Zuge dessen wollen wir sowohl Mobilität als neuen bestimmenden Faktor von Verkehrspolitik, als auch die besondere räumliche Situation im Rhein-Erft-Kreis im Blick haben. Mobilität schließt für uns nicht nur den Themenkomplex des ÖPNV mit ein, sondern auch nicht-motorisierte Arten der Fortbewegung, die im Rhein-Erft-Kreis eher weniger beachtet werden. Die besondere räumliche Struktur des Rhein-Erft-Kreis, als der am dichtesten besiedelte Flächenkreis Deutschlands, der nicht über ein klares Zentrum innerhalb des Kreises verfügt, stellen bezüglich der Planung von Infrastruktur eine zusätzliche Schwierigkeit dar. Das Nebeneinander von strukturschwachen Randgebieten und dicht besiedelten Zentralräumen, eine starke Ausrichtung auf die außerhalb des Kreises gelegenen Städte der Rheinschiene (Köln, Bonn, Düsseldorf) und ein entsprechend hohes Pendleraufkommen sorgen für Schwierigkeiten bei Menschen, die nicht auf ein motorisiertes Fahrzeug zurückgreifen können. Gerade Jugendliche sind von dieser Situation besonders betroffen, da es für sie äußerst schwierig ist soziale Kontakte und Freizeitmöglichkeiten außerhalb der Wohnorte eigenständig oder in Kleingruppen wahrzunehmen.

Unsere Forderungen verteilen sich auf verschiedene die Verkehrsmittel:

Bus: Wir fordern sowohl eine bessere Verknüpfung der einzelnen Orte Ortsteile miteinander, als auch eine bessere und länger bediente Anbindung nach Köln als bedeutenden Verkehrsknotenpunkt und Oberzentrum. Dabei sollten die einzelnen Orte durch häufig verkehrende Ortsbuslinien erschlossen werden, die den Übergang zu anderen Buslinien oder der Bahn sicherstellen sollen. Auf längeren Strecken, auf denen kein alternativer ÖPNV mit der Bahn bedient wird, sollten Regionalbuslinien eine konstante Verbindung anbieten. Als Ergänzung in den Randzeiten könnten Nachtbus- oder AST-Systeme dienen. Wir sprechen uns gegen die Minimierung von öffentlichen Verkehren in Randzeiten aus, die im Moment von vielen Gemeinden betrieben wird. Stattdessen fordern wir eine Stärkung des Busverkehres, um auch Menschen die nicht über ein motorisiertes Fahrzeug verfügen die Möglichkeiten von Mobilität offen zu halten.

Bahn: Wir fordern die Verbesserung bestehender Angebote auf den Bahnlinien im Rhein-Erft-Kreis, die eine Funktion als Hauptverkehrsadern erfüllen. Soweit für die Verbesserungen Ausbaumaßnahmen erforderlich sind, sind diese durchzuführen. Da im Rhein-Erft-Kreis sehr viele Menschen leben, haben derartige Maßnahmen einen großen Nutzen, verglichen mit Baumaßnahmen in anderen Teilen Deutschlands. Konkret fordern wir die Ausweitung der S-Bahn-Köln auf die durch den Rhein-Erft-Kreis führenden Strecken. Die Ausweitung der S-Bahn-Köln sollte jedoch keinesfalls an den Kreisgrenzen enden, sondern auch die angrenzenden Gebiete erschließen, mit einer weiteren Anbindung an das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr. Mit der Linie Köln-Aachen ist im Rhein-Erft-Kreis auch eine Stecke Teil des Rhein-Ruhr-Express-Netzes (RRX). Wir fordern den weiteren Ausbau dieser hoch belasteten Strecke und eine bald mögliche Einbindung in das RRX-Netz. Die im Rhein-Erft-Kreis liegenden Stadtbahnlinien von KVB und SWB sollten weiterausgebaut werden, abends länger verkehren und eventuell einen Mischverkehr auf derzeitigen Eisenbahnstrecken anbieten können. Dieser Mischverkehr wäre auch eine gute Ergänzung zum S-Bahn-Netz und könnte besonders auf den Werksbahnen von HGK und RWE realisiert werden.

Nicht-Motorisierter Verkehr: Der Rhein-Erft-Kreis bietet günstige Bedingungen für den nicht-motorisierten Verkehr, der allerdings von den unterschiedlichen Kommunen sehr unterschiedlich gefördert wird. Wir drängen auf eine Vereinheitlichung dessen, indem wir fordern, dass nicht-motorisierter Verkehr innerorts priorisiert sein sollte und Fahrradstreifen nicht auf den Gehweg sondern auf die Straße gehören. Außerdem sollten alle überörtlichen Straßen auch einen Begleitweg haben, der ausschließlich für den nicht-motorisierten Verkehr freigegeben ist. Der Rhein-Erft-Kreis sollte in den nächsten Jahren ein Radverkehrsnetz etablieren, dass vor allem alltäglichen Zwecken dient und nicht vorrangig für den Tourismus geschaffen wurde. Ein solches Netz sollte Radschnellwege beinhalten, die entlang der Hauptverkehrsachsen eine schnelle Verbindung der einzelnen Orte gewährleisten soll.

Alle hier aufgeführten Maßnahmen sind keinesfalls kostenlos, aber ihre langfristigen Kosten sind wesentlich geringer, als die ,,herkömmlicher“ auf das Auto konzentrierte Maßnahmen. Von daher fordern wir ein klares Umdenken bei den Verantwortlichen und eine Neuorganisation der Verkehrsplanung im Rhein-Erft-Kreis.