Zukunft der Landwirschaft

GRÜNE reden mit Landwirtschaft

Zufrieden zeigt sich Doris Lambertz, Vorsitzende der GRÜNEN Kreistagsfraktion, mit der mit 60 Teilnehmern gut besuchten Diskussionveranstaltung zum Thema "Zukunft der Landwirtschaft". In ihrer Reihe GRÜNES FORUM hatten die GRÜNEN für den 12. Januar ins Bergheimer Kreishaus Landwirte und Interessierte eingeladen.

Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes stellte in seinem Grußwort die offizielle Position der Landwirtschaft zu den Themen Ausgleichsregelungen, Zuckermarktordnung und nachwachsende Rohstoffe dar. Landwirte seien offen für Neues, wie zum Beispiel nachwachsende Rohstoffe, brauchen aber verlässliche Rahmenbedingungen.

Frank Wetterich stellte in seinem Vortrag die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft dar. Mit dieser Stiftung leiste die Landwirtschaft ihren Beitrag für eine vernünftige Regelung der Ausgleichsmaßnahmen, die im Rahmen von Bebauungsplänen notwendig werden. Sie sieht sich als Mittler zwischen denjeniegen, die in die Landschaft in welcher Form auch immer eingreifen, und den Landwirten, die eine sachgerechte Pflege organisieren. Durch die Kapitalisierung des Ausgleichs könne die Stiftung die Durchführung der Ausgleichsmaßnahmen auch über längere Zeiträume garantieren.

Kreisdezernent Kohlmann meint, dass die Organisation der Ausgleichsmaßnahmen beim Kreis gut aufgehoben ist. Der Kreis hat schon vor langer Zeit Flächen für die Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

"In NRW werden täglich 15 ha Flächen durch Baumaßnahmen versiegelt. Diese werden leider nicht im notwendigen Umfang durch Entsiegelungsmaßnahmen kompensiert. Dies zeigt, wie notwendig ein gut funktionierendes und abgestimmtes Flächenmanagement ist, bei dem grundsätzlich der dauerhafte Ausgleich Vorrang haben sollte. Wir unterstützen daher sowohl die Arbeit der Unteren Landschaftsbehörde als auch die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Wir hoffen, dass sich die Landwirte den Naturschutz auch als Vertragsnaturschutz zu eigen machen und die hierin liegenden Einkommensmöglichkeiten erkennen." So Frau Lambertz. 

Hinsichtlich der durch die Welthandelsorganisation geforderten Neuordnung des Zuckermarktes stellte Herr Decker fest, dass die Position der rot-grünen Landesregierung, die sich für eine lange Übergangsfrist für die heimischen Zuckerproduzenten einsetzt, hilfreich ist. Herr Kohlmann bekräftigt, dass die einheitliche Haltung der Region in den anstehenden Auseinandersetzungen eine gute Basis darstellt. Frau Lambertz: "Wir brauchen Lösung, die eine regionale Produktion sichert und nichtzu lasten der allerärmsten Länder geht. Eine reine Liberalisierung des Weltmarktes nutzt nur den großflächigen und umweltschädlichen Großproduzenten in Brasilien, Australien und Thailand." 

Zucker als nachwachsender Rohstoff kann dann ein Thema sein, wenn dauerhaft verlässliche Rahmenbedingungen existieren. Dazu gehört, dass die Autoproduzenten sich nicht länger gegen den Zusatz von Bioethanol im Kraftstoff wehren und dass sich die Landwirte auf Absatzquoten verlassen können.