Macht euch vom Acker

Macht Euch Vom Acker

 

Irgendwann hat jeder schon mal gehört von "Flächenverbrauch" und vielleicht sogar schon von gefordertem "Flächenmanagement".

Wirkliche Beunruhigung stellt sich bei diesem Thema nicht ein, hört es sich doch nicht mal ansatzweise so schlimm an wie "Klimawandel" "Sozialabbau" oder "Bildungsstreik". Und doch versteckt sich hinter diesem unscheinbaren Begriff eine Gefahr, die essentiell wird für die nächsten Jahre.

 

Wikipedia erklärt den Flächenverbrauch so:"Unter Flächenverbrauch versteht man die Umwandlung von bisher vor allem landwirtschaftlich genutzten, aber auch naturbelassenen Flächen in „Siedlungs- und Verkehrsfläche“. Flächenverbrauch ist damit einerseits Verlust von landwirtschaftlicher Nutzfläche und natürlichen Lebensräumen und andererseits Ausdehnung der Siedlungs- und Verkehrsfläche"

 

Das statistische Bundesamt hat errechnet, dass pro Tag eine Fläche von 104 Hektar also 149 Fußballplätze versiegelt wird. Das bedeutet das diese Flächen so gut wie gar nicht mehr rückführbar in den ursprünglichen Zustand sind.

Und was bedeutet dieses Wort Fläche schon? Dieses an den Mathe Unterricht erinnernde Wort von Länge mal Breite. "Schützt die Fläche" hört sich also erst mal genauso wichtig an wie "Lern Pi kennen" oder "Respektiert die Quadratur des Kreises"

Doch die Fläche ist etwas viel Realeres, die Äcker der Bauern, die Wälder und Wiesen, es sind die Orte an denen viele mit ihren Hunden spazieren gegangen sind und andere einfach mal die Natur genießen konnten ( wild campen und grillen usw.)

Natürlich ist Fläche auch immer ein Stück Natur.

Fläche ist also unser Lebensraum, der ebenso wichtig ist wie unser Wohnraum.

 

Doch wofür und warum versiegeln alle Kommunen (selbstverwaltende Städte und Orte innerhalb von Landkreisen) soviel Fläche?

Es scheint einem Jeden unverständlich, dass trotz des demographischen Wandels ( Menschen werden immer älter und bekommen weniger Kinder, so dass die Bevölkerung abnimmt) weiter Wohngebiet gebaut wird. Ähnlich sieht es mit der Ausweitung von Industriegebieten aus, wenn die Wirtschaftleistung zurück geht oder gar ins Ausland abwandert.

Auch so viele Straßen und Autobahnen können nicht gebaut werde, dass es täglich 104 Hektar seien.

 

Die Kommunen wandeln die "Fläche" wirklich um in Wohn- oder Industriegebiete und die Frage nach dem Warum erklärt sich ganz einfach.

Geld.

Die Kommunen haben kaum Geld und dieses wird aufgrund schwarz-gelber Politik immer weniger, da diese ihnen immer mehr die Möglichkeit nehmen, die Einnahmen zu beeinflussen.

Was einer Kommune jedoch leicht möglich ist Ackerfläche billig zu kaufen, in einem Ausschuss mit einer einfachen Mehrheit umzuwandeln in Wohn- oder Industriegebiet , und dieses dann teuer zu verkaufen.

Jeder, der schon mal auf dem Flohmarkt war erkennt, den einfachen Gedanken, für 5 Euro gekauft, für 12 Euro verkauft, und schon hat man einen Gewinn von 7 Euro.

So einfach hättet ihr damals auch gerne euer Taschengeld aufgebessert, und genau so denken die meisten Mehrheiten auch in den Kommunen.

 

Wäre die Welt doch so einfach und schön. Ist sie aber nicht.

Nicht nur, wie am Anfang schon erwähnt, geht damit auch immer mehr Lebensraum kaputt sondern es kostet die Kommune auch noch mehr Geld, als sie durch den Verkauf einnimmt.

Zum einem muss die Kommune die Flächen immer billiger verkaufen, da alle anderen Kommunen den gleichen schlauen Gedanken hatten und es so mehr Angebot als Nachfrage gibt.

Einfach erklärt, wenn du in der Wüste bist und nur einer verkauft Wasser, dann wirst du viel Geld bezahlen, bist du jedoch an einer Oase, an der ganz viele Leute versuchen dir was zu verkaufen, wirst du sogar den Wein billig bekommen.

Die Häuserbauer und Betreiber von Geschäften und Industrie haben von allen Kommunen so viele Angebote, dass sie sich immer schön die günstigsten suchen können und so die Kommunen den Preis drücken müssen um auch noch Flächen verkauft zu bekommen.

Das heißt die Einnahmen werden immer weniger.

Und dann kosten die ja auch noch, wenn man sich nur die Straßen, überlegt die gepflegt und erneuert werden müssen, die Anschlüsse von Strom, Wasser und Abwasser, die gelegt werden müssen und die ganzen weiteren Kosten, die mit der Erschließung verbunden sind. Wenn man Wohngebiet verkauft, muss man später sogar noch Schulen und Kindergärten bauen, Spielplätze und Parks, damit die Leute hinziehen, öffentlichen Nahverkehr ermöglichen usw.

Glaubt mir, Das kriegt eine Kommune auch nicht mehr über Steuern finanziert, also muss sie wieder Flächen verkaufen.

Und stellt euch mal diese Stadt vor, in der 50.000 Menschen leben, die aber Wohnplatz von über 100.000 Häuser hat.

Die ist dann nicht nur ganz schön leer, nein, sie verfällt auch an den Orten, wo zeitweise nur ältere Menschen gewohnt haben, welche dann sterben, und deren Häuser nicht neu bewohnt werden von jungen Familien.

Diese wohnen nämlich schon längst in den neuen günstigeren Wohngebieten, wo sie ohne Abriss oder Sanierung ( bessere) Häuser bauen konnten und wo auch schon die anderen jungen Familien wohnen.

 

In den alten Ortsteilen ( die auch im Stadtzentrum seien können) sterben dann natürlich auch die Schulen, Kindergärten und der Einzelhandel ab, und das kostet die Kommunen natürlich auch wieder viel, viel Geld.

 

Dieses Problem, das Flächen dem wirtschaftlichen Nutzen geopfert wurde lange Zeit ein Problem anderer Länder, in Amerika wo große Flächen in den USA aber auch in Südamerika geopfert wurden, und in Asien, wo die Bevölkerungsexplosion die Urbanisierung (Urban = Stadt) großer Landstriche zu folge hatte.

Nun werden aber nicht nur diese (Entwicklungs-) Länder gerügt, sonder auch Deutschland jüngst von der Europäischen Union, gegen deren schwachen Regeln und Maßstäbe wir schon verstoßen.

 

Daher sagen wir von der Grünen Jugend, der Flächenverbrauch ist ökonomisch (wirtschaftlich) und ökologisch ( im Sinne des Naturschutz) Schwachsinn, und wir müssen endlich Alternativen finden.

Auf Landesebene sagt dies sogar die CDU, doch die Kommunal-Politiker von der CDU, FDP, Bürgerverein/Freie Wähler, und der SPD erkennen die Gefahr nicht, nein, sie stellen sich auch stur gegenüber jedem Wort der Kritik.

Ja auch die SPD !, versprich einem Sozi Arbeitsplätze und er tötet sein ökologisches Gewissen, bevor er "Soziale Marktwirtschaft " aussprechen kann.

Besser natürlich als die FDP und andere Parteien, die dieses nicht einmal besitzen.

 

Wenn euch das Thema noch mehr interessiert:

 

www.naturtipps.com/lokale_agenda21.html

 

Danke für euer Interesse.

 

Grüne Grüße

 

Moritz Jungeblodt