Die Kölner Antifa schreibt in einer Presseerklärung am 26.03.2008:

„Aufgrund des Erstarkens der rechtsextremen Szene im Rheinland und der steigenden Zahl gewalttätiger Übergriffe von Neonazis (s.z.B. KSTA v. 04.03.2008), haben verschiede Initiativen und Einzelpersonen eine Veranstaltungsreihe organisiert, um über die sogenannten Autonomen Nationalisten/AG Rheinland zu informieren. Unter dem Motto „Faschismus ist nicht trendy – Autonome Nationalisten stoppen!“ sind Informationsveranstaltungen in Brühl, Pulheim, Leverkusen, Bonn und Köln geplant, welche über diese neue Entwicklung in der Neonazi-Szene informieren sollen. 

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe war ein Informationsabend mit anschließendem Konzert am 28.03.08 im Brühler Jugendzentrum vorgesehen. Diese Veranstaltung wurde jedoch auf Betreiben der Stadt Brühl verboten.

Nachdem mit dem KSJ-Heim in der Kaiserstrasse ein alternativer Veranstaltungsort aufgetan wurde, reagierte die Stadt erneut und ließ die Veranstaltung durch seinen Beigeordneten Andreas Brandt verbieten. Trotz wiederholter Gespräche ließ sich die Stadtverwaltung jedoch nicht von dem Verbot abbringen.

Wir halten es für einen Skandal, dass Engagement gegen Rechtsextremismus von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf diese Art und Weise verhindert wird. Zivilcourage gegen Rechts wird, gerade von Politikern, gerne gefordert. Aufgrund erwarteter Eskalation, möchte der Bürgermeister von der Veranstaltung nichts wissen.

Eine Konfrontation mit der rechten Szene soll wohl in Brühl, auf Kosten von Informationen für die Einwohner, unbedingt vermieden werden. Dabei ist es nicht von der Hand zu weisen, dass täglich neue rechtsradikale Schmierereien und Aufklebern in der Stadt auftauchen, vermehrt in den Stadteilen Brühl-Mitte und Brühl-Nord. Mauern und Bahnsteige werden mit rechtsradikalen Parolen beschmiert und selbst vor dem jüdischen Denkmal wurde nicht Halt gemacht. Ebenfalls gab es gewalttätige Übergriffe von Neonazis z.B. auf ein jugendliches Mädchen mit einem „Gegen-Nazis“-Aufnäher. Dies geschah am helllichten Tag auf einem vollbesetzen Bahnsteig, bei dem von den anwesenden Augenzeugen weder Hilfe noch gewährte Zivilcourage erfolgte. Dagegen nicht verboten wurde z.B. 2005 eine Zusammenkunft der Jungen Union Brühl mit Vertretern der rechtsextremen Bürgerbewegung pro Köln.

Wir fordern von der Stadt Brühl eine sofortige Rücknahme des Veranstaltungsverbotes.

Treffpunkt für Kölner um 17:30 am barbarossa platz damit wir geschlossen darüber fahren

Treffpunkt Brühl 18 – 18:30 Brühl – Mitte

und ab 19 Uhr am Markt Brühl vorm Rathaus

weitere Infos unter Nazifrei.tk“

Soweit die Presseerklärung, die wir hier dokumentieren.