Zum heutigen Artikel im Kölner Stadtanzeiger über die denkbare Verlängerung der Stadtbahn nach Niederaußem äußert sich die GRÜNE Kreistagsfraktion so:

„Es ist ganz wunderbar, dass die Herren Paul und Timm die geplante Verlängerung der Stadtbahn 3 oder 4 von Köln über Pulheim nach Niederaußem begrüßen. Richtigerweise wird im Artikel ja auch auf die Beschlusslage der Kreisgremien hingewiesen, die bereits eine Machbarkeitsstudie beauftragt haben. Schade, dass hier nicht auf die Einstimmigkeit dieses Beschlusses hingewiesen wird.“ So Elmar Gillet, Fraktionsvorsitzender und Landratskandidat der GRÜNEN.

„Wir sind gespannt, wie die Bergheimer CDU vom Kollegen Paul oder die Pulheimer SPD vom Kreistagskollegen Timm demnächst auf die frohe Botschaft reagieren, dass die Stadtbahn die Kommunen Geld kostet. Die Städte Hürth, Brühl, Wesseling und Frechen zahlen jeweils bis zu 2 Millionen jährlich für die Stadtbahn. Die GRÜNE Kreistagsfraktion setzt sich daher dafür ein, die Stadtbahn wie den Regionalbus über den Kreis zu finanzieren und die Stadtbahn in das Aufgabenportfolio der REVG zu übernehmen. Die Verhandlungsmacht des Rhein-Erft-Kreises gegenüber dem Stadtbahnbetreiber KVB wäre ungleich größer, als wenn wie jetzt jede einzelne Kommune die teuren Rechnungen der KVB nicht wirklich überprüfen kann. Da lohnt vielleicht ein Gespräch der Herren Timm und Ahrenz-Salzsieder, denn der ehemalige Hürther Stadtwerkechef hat für die Stadt über Jahre und intensiv versucht, an detaillierte Rechnungsstellungen der KVB zu kommen. Das wird insgesamt aber kein Zuckerschlecken mit den Kommunen, wie die Auseinandersetzung um die Finanzierung der beiden Schnellbuslinien zeigt.“ So Johannes Bortlisz-Dickhoff, Verkehrsausschussvorsitzender des Rhein-Erft-Kreises.

Bortlisz-Dickhoff weiter: „Wir begrüßen ausdrücklich die Unterstützung von CDU und SPD für den Stadtbahnausbau. Wir sehen da noch deutlich größere Potenziale. Die Stadtbahn nach Niederaußem könnte über die Hambachbahn bis zu einem denkbaren neuen Bahnhof zwischen Thorr und Grouven – als Bahnhof Elsdorf neu – geführt werden. Wenn dann noch die S-Bahn von Düsseldorf nach Bedburg über die alte Trasse der Bahn von Bedburg nach Elsdorf zu diesem Bahnhof verlängert würde, könnte sie auf der Trasse der Hambachbahn weiter nach Düren geführt werden. Dort gäbe es nicht nur Anschluss nach Aachen und Köln, sondern auch an die Rurtalbahn und damit nach Heimbach und Jülich.

Eine S-Bahn-Verbindung von Bedburg nördlich der Sophienhöhe nach Jülich dürfte 20 Jahre Planungs- und Bauzeit in Anspruch nehmen. Jeder schnellere Ausstieg aus der Braunkohle ermöglicht die zügigere Nutzung der Kohlebahnen. Für die Relation Bedburg – Elsdorf – Jülich bietet sich eigentlich ein Schnellbus auf der Bundesstraße an. Wenn an jeder Anschlussstelle eine Mobilstation mit sicheren Abstellanlagen und Park & Ride – Platz angelegt würde, hätten die Leute schneller was davon.“