Pressemitteilung GRÜNE REK
Sollen Fakten an der alten A4 geschaffen werden?

Grüne REK kritisieren entdeckte Abtragungen an der alten A4 am Übergang zu Manheimer Bucht.  


Bei einem Spaziergang entdeckten die stv. Vorsitzende der Grünen Rhein-Erft-Kreis Sabine Bresser und das Grüne Kreistagsmitglied Marion Küke Aktivitäten an der alten A4. Ein weiteres Teilstück der alten Autobahn wurde abgetragen. Zwar sehen alle Planungen von RWE und auch die Vorschläge aus der Zivilgesellschaft vor, dass die alte Autobahn zurückgebaut werden muss, aber genau dieses neu abgefräste Teilstück befindet sich an einem strategisch wichtigen Punkt, nämlich am Übergang zur geplanten sogenannten „Manheimer Bucht“.

Rüdiger Warnecke, Vorsitzender der Grünen Rhein-Erft-Kreis:     
Wir als Grüne im Rhein-Erft-Kreis fragen uns, ob Fakten geschaffen werden sollen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Wir fordern ein Moratorium für den Rückbau der Autobahn bis zur endgültigen Entscheidung über die weitere Tagebauplanung.“  

Die Inanspruchnahme der Erdmassen in Richtung Manheim-Alt ist umstritten. So fordert die Landesregierung NRW in ihrem Entwurf zur Leitentscheidung z. B. die Vernetzung der Bestandswälder vom Merzenicher Erbwald über den Hambacher Wald bis hin zur Steinheide.[1] Sollte die „Manheimer Bucht“ so realisiert werden, wie von RWE geplant, ist eine Vernetzung der Wälder nicht mehr möglich, da die notwendige Landmasse dann fehlt.

Die Erdmassen, die durch die Abgrabung der Manheimer Bucht umgelagert würden, können durch andere, weniger umweltschädliche Maßnahmen gewonnen werden, beispielsweise durch Inanspruchnahme von noch nicht rekultivierten Erdmassen auf der Sophienhöhe. Dieser Vorschlag ist in dem Entwurf der Leitentscheidung der Landesregierung und ebenso in der Stellungnahme zur Leitentscheidung des Rhein-Erft-Kreises zu finden.[2]          

Sabine Bresser, stv. Vorsitzend der Grünen Rhein-Erft-Kreis:       

„Insbesondere vor dem Hintergrund des durch die Bundesregierung zurückgehaltenen Gutachtens von BET und EY zum möglichen Erhalt von Ortschaften beunruhigen uns die Autobahnabtragungen genau an dieser Stelle zum jetzigen Zeitpunkt.“

[1] Entwurf einer neuen Leitentscheidung: Neue Perspektiven für das Rheinische Braunkohlerevier Beschluss der Landesregierung vom 6. Oktober 2020, S. 17.

[2] Stellungnahme des Rhein-Erft-Kreise zur Leitentscheidung, S.3: „„Im weiteren Verfahren ist zu prüfen, ob eine Nutzung des Abraumes der noch nicht rekultivierten Teile der Sophienhöhe für die Restlochgestaltung möglich ist.“