Die Kölnische Rundschau berichtet in ihrer Regionalausgabe Rheinland am 12. Juli 2021 unter dem Titel „Kohlebahnen für den Gütertransport“ von der Absicht der Landesregierung, eine Untersuchung über die Folgenutzung der RWE-Betriebsbahnen Hambachbahn und Nord-Süd-Bahn durchzuführen.

In Abstimmung mit RWE wird der künftige großräumige Nutzen der RWE-Betriebsbahnen projektiert. So kann die Hambachbahn in Geilrath an die DB-Trasse zwischen Köln und Aachen angeschlossen und im Norden an die DB-Trassen aus und von Mönchengladbach angebunden werden. Damit sind die wichtigen Schienenverbindungen von und zu den belgischen und niederländischen Seehäfen herzustellen. Im Süden geht es von Knapsack aus über die Schwarze Bahn in das HGK-Netz in Hürth, von wo in Vochem der Anschluss an die DB-Trassen von Köln nach Bonn hergestellt werden kann.  Auch die Frechen-Benzelrather-Bahn,  auf der unter anderem die Stadtbahn 7 verkehrt, kann für den Anschluss an das Kölner Schienennetz genutzt werden.

Die GRÜNEN begrüßen diese Untersuchung, weil sie schon seit Jahrzehnten auf das Thema der Nachfolgenutzung der Kohlebahnen aufmerksam gemacht haben. „Das Projekt wird nur dann gelingen können, wenn sich die Parteien, RWE, Land und Bund sowie die Genehmigungsbehörden verständigen.“ So Johannes Bortlisz-Dickhoff, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN Kreistagsfraktion. „Allerdings ist dabei noch einiges ergänzungsbedürftig.“

Es fehle eine Aussage zu Alternativen zur Schwarzen Bahn im Süden. So ist es für die Bewohnenden von Alt-Hürth kaum zumutbar, europäische Güterverkehrsströme auf der eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke hinzunehmen. Stattdessen sollte ernsthaft und schnell und im Zuge der Überlegungen zum Überwerfungsbauwerk Kalscheuren darüber nachgedacht werden, wie die Nord-Süd-Bahn an das DB-Netz im Kölner Süden angeschlossen werden kann.

Ferner ist zu überlegen, ob nicht tatsächlich auch ein Vorlaufbetrieb über die Hambachbahn und den südlichen Teil der Nord-Süd-Bahn denkbar ist. Wenn die Braunkohleveredelungsbetriebe in Hürth und Frechen stillgelegt sind, könnten hier mit Lokomotiven und Zugführern der RWE Güterzüge zwischen Geilrath und Vochem bewegt werden. Auch heute schon geschieht dies, es gibt ein Güterverkehrszentrum in Knapsack, über das nicht nur Kohle abgewickelt wird. Die RWE-Aussage, dass die Kohlebahnen ohne Fahrplan unterwegs sind und daher die gesamte Trasse immer freizuhalten ist, überzeugt nicht. Es gibt in allen Kraftwerken ausreichend dimensionierte Kohlebunker, um Slots für den Güterverkehr auf der Kohlebahn frei zu machen.