Die Koalition von CDU, GRÜNEN und FDP hat im Ausschuss für Regionale Entwicklung die Planung und Ausweisung einer Bahnverbindungstrasse von Frechen nach Liblar und damit ein wichtiges Infrastrukturprojekt auf den Weg gebracht. Es dient der Herstellung eines Personen- und Güterverkehrsanschlusses für das Knapsacker Industriegebiet, das geplante Gewerbe- und Industriegebiet Barbarahof und für das Entsorgungszentrum des Remondis-Komplexes. In der Perspektive sollen damit der Güter- und auch der Personenverkehr auf den Betriebsbahnen der RWE – also hier vor allem auf der Nord-Süd-Bahn – gesichert werden.

Hierzu Horst Lambertz, Sprecher der GRÜNEN Kreistagsfraktion im Ausschuss für regionale Entwicklung und Mitglied der Regionalratsfraktion: „Ein Bahnanschluss Barbarahof ist neben dem direkten Autobahnanschluss unverzichtbar für die Genehmigungsfähigkeit als interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet und bietet für ansiedelndes produzierendes Gewerbe deutliche Vorteile auch für just-in-time Lieferungen. Eine Bahntrasse entlang der Entsorgungsanlagen der Firma Remondis bewirkt eine deutliche Reduzierung des LKW-Verkehrs von derzeit ca. 400 LKW täglich. Es handelt sich um den einzigen Standort von Remondis in Deutschland ohne Bahnanschluss. Das Goldenberg-Kraftwerk wird künftig nicht mehr mit Braunkohle betrieben, sondern stattdessen vollständig auf Klärschlammverbrennung mit Anlieferung aus ganz NRW umgestellt. Damit entfällt zwar der Kohletransport auf der Betriebsbahn. Gleichzeitig würde sich aber die Zahl der LKW-Fahrten massiv erhöhen. Das wird durch die Bahnanlieferung über Frechen oder Liblar vermeidbar.“

Romina Plonsker, Kreisvorsitzende ihrer Partei und Sprecherin der Fraktion im Ausschuss für Regionalentwicklung: „Wenn wir den Strukturwandel schnell bewältigen wollen, müssen wir die vorhandene Infrastruktur nutzen und intelligent ausbauen. Mit dem Lückenschluss zwischen Nord-Süd-Bahn im Nordrevier und der Eifelbahn bei Liblar gewinnen wir sowohl für den Güterverkehr als auch für den Personenverkehr insgesamt Zukunftsperspektiven. Die im Agglomerationskonzept vorgesehene zweite Schienenverbindung rund um Köln könnte von Rommerskirchen an über die Hambachbahn und die Nord-Süd-Bahn dann bis Liblar gehen und von dort über die dann zu elektrifizierende Eifelbahn in das Eisenbahnnetz zwischen Köln und Bonn geführt werden.“

Auch für die FDP begrüßt der regionalpolitische Sprecher Ralph Bombis das Vorhaben ausdrücklich: „Wir müssen die Infrastruktur gerade auch auf der Schiene ausbauen. Wir werben für eine entsprechende Darstellung in der Landes- und Regionalplanung und für Fördermittel auch aus Strukturwandelmitteln. Der Antrag zielt in die richtige Richtung.“

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